derbân Özlem Dilek
Cengiz
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Literatur 5 Min

Feinarbeit aus Worten

Ist es eine persönliche Entscheidung, alles Geschriebene zu lesen und den Autor dafür zu beurteilen? Oder liegt es in der Verantwortung des Lesers, auszuwählen? In der heutigen Literaturwelt werden viele Autoren für das, was sie schreiben, übermäßig kritisiert. Auch dass soziale Medien Autoren für Menschen aus allen gesellschaftlichen Kreisen erreichbar machen, spielt dabei eine große Rolle. Wenn diese Kritik jedoch die Kreativität des Autors beeinträchtigt, kann sie bedeuten, seiner Feder Ketten anzulegen und ihm die Freiheit zu nehmen, ungehindert zu denken und zu schaffen.

Jeden Tag kommen weltweit neue Werke zu dem hinzu, was bereits geschrieben wurde, und Tausende von Büchern und Texten erreichen auf die eine oder andere Weise den Leser. Da offensichtlich nicht jedes Werk für jeden Leserkreis bestimmt ist und ein Menschenleben nicht ausreicht, um all das Geschriebene zu lesen, halte ich es für eine Pflicht des Lesers, auszuwählen.

Das Lesen war seit meiner Kindheit eine Hoffnung, die mich ans Leben gebunden hat, und das Schreiben wurde zu einer ebenso großen Leidenschaft. Je mehr das intellektuelle Fundament wächst, desto schwerer fällt es wohl, sich vor einer gewissen Reife als ausreichend zu empfinden. Der Wunsch nach Vollkommenheit lehrt uns mit der Zeit, was das Reifen in Kreativität, Literatur und Kunst der menschlichen Seele schenken kann.

Für mich ist das Schönste an der Literatur, wenn ich meine tiefen Gedanken in Schrift gieße, aus den vorhandenen Wörtern Stoffe zuzuschneiden und ihnen passende Kleider zu entwerfen.

Sprich dein Wort offen aus, sei offen für Kritik, und lass Anerkennung und Rückmeldung dein Licht beim Schreiben sein, sage ich mir immer. So sollte es doch sein, oder?

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