derbân Özlem Dilek
Cengiz
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Reflexion POLITIK 7 Min

Das Denken schweigt nicht

Manche glauben, sie hätten Macht über alles. Über das Recht zu sprechen, über Gerechtigkeit, über Freiheit. Wenn sie die Stimme unterdrücken, glauben sie, die Wahrheit zum Schweigen gebracht zu haben.

Doch wahre Stärke liegt darin, gehört zu werden, ohne Angst einzuflößen. Jeder Thron, der auf Angst errichtet wurde, ist im Inneren hohl. Eine Stille, die aus Verboten gewebt ist, verwandelt sich eines Tages in ein Echo.

Denn das, was man Volk nennt, ist nicht nur eine Menschenmenge. Es ist Erinnerung, Gewissen und Morgen.

Ich spreche aus dieser Erinnerung heraus. Ich flüstere nicht nur in meinem eigenen Namen, sondern im Namen all derer, deren Stimme erstickt wurde.

Dies ist eine Zeit, in der ein einziges Wort als Verbrechen und ein einziger Blick als Bedrohung gelten kann. Aber solange es Menschen gibt, die schreiben, denken und fühlen, ist nichts wirklich unter Kontrolle. Das zu wissen und diese Wahrheit ertragen zu müssen, muss schwer sein.

Manche glauben, alles sei unter Kontrolle. Sie errichten ein Schweigen, das durch Zensur, Angst und Strafe geformt ist. Aber sie wissen nicht, dass selbst dann, wenn alle schweigen, jemand weiterflüstert. Und manchmal erzählt ein Flüstern mehr als ein Schrei.

Vielleicht schweigst du gerade. Nicht nur, weil du Angst hast, sondern um zu schützen, um dich zu bewahren, weil du dazu gezwungen bist. Ich verstehe das.

Aber wisse. Schweigen bedeutet nicht, ausgelöscht zu sein. Wenn in dir noch etwas schmerzt, wenn du dich noch nach Gerechtigkeit sehnst, wenn du ein Wort in dir formst, ohne es laut auszusprechen, dann bist du da. Du leistest noch immer Widerstand.

Und solange es Menschen gibt, die schreiben, denken und fühlen, ist nichts wirklich unter Kontrolle.

Du kannst einen Menschen zum Schweigen bringen, aber niemals das Denken.

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