Der Weg hat ein Ende
Der Machtrausch der Mächtigen ist von eigener Art.
In diesem Sinne gibt es keinen Unterschied zwischen einem Ehemann, der zu Hause Gewalt gegen seine Frau ausübt, einem Chef, der seinen Angestellten Unrecht tut, und einem Staat, der die Macht in den Händen hält, indem er die Stimme seines Volkes ignoriert, es einschüchtert und unterdrückt.
Wenn das Gift der Macht einmal einen Schleier über die Augen legt, ist es nicht leicht, sich davon zu befreien. Und sich einer solchen Macht entgegenzustellen, ist für diejenigen, die viel zu verlieren haben, keineswegs einfach.
Aus Angst, mittellos dazustehen und ihre Kinder nicht versorgen zu können, kann diese Frau ihren Mann oft nicht verlassen. Und aus Angst vor Arbeitslosigkeit kann der Angestellte nicht einfach kündigen.
Das ist zutiefst menschlich. Menschen haben Angst vor Verlust. Man sagt, niemand sei unschuldig an einer Sünde, mit der er nicht selbst geprüft wurde. Vielleicht müssen wir eher Folgendes verstehen. Niemand kann der Held eines Leids sein, durch das er nicht selbst geprüft wurde.
Wenn Macht von einem Ort kommt, den der Mensch eigentlich als Stütze kennen sollte, von denen, die regieren, damit man Dienst, Vertrauen und Sicherheit erfährt und sich im eigenen Heimatland zu Hause fühlen kann, und wenn diese Macht ungerecht, rechtswidrig, unfair und einschüchternd auftritt und die Angst erzeugt, ihr nicht widerstehen zu können, dann wird auch Reaktionslosigkeit menschlich und verständlich.
Dennoch gibt es etwas, dem niemand entkommen kann, der Macht in den Händen hält. Den Tod.
Der Mensch weiß, dass ein solches Ende unausweichlich ist. Manchmal schickt er seine Liebsten voraus. Manchmal verabschiedet er sich selbst zu früh von denen, die er liebt. Er lebt mit diesem Wissen und lernt, es zu ertragen.
Ob gläubig oder nicht, ob man von Ewigkeit träumt oder von Nichts, die Wirklichkeit des Todes erzählt uns, dass alle Ambitionen, aller angehäufte Besitz und jede Unterdrückung eines Tages enden werden.
Und der Tod ist die größte Macht, die kein Machthaber kontrollieren kann.
Deshalb ist es sinnvoll, die Mächtigen ab und zu daran zu erinnern.
Der Weg hat ein Ende. Reib dich nicht so sehr auf.